Feste, Märkte und Festivals in Österreich: was Besucher vorher wissen sollten
Der Sommer gehört in Österreich den Open Airs, der Winter den Bällen und Christkindlmärkten. Dazwischen füllen Festspiele, Sportevents und Brauchtumstermine den Kalender.
Ein Jahr, vier Schwerpunkte
Diese Struktur ist über Jahrzehnte gewachsen und verschiebt sich kaum. Wer sie kennt, kann eine Reise auch ein Jahr im Voraus grob planen.
Schulferien verschieben die Besucherzahlen spürbar. In den Sommerferien sind Familienveranstaltungen voller, in den Semesterferien die Wintersportorte.
Die kalte Jahreszeit im Kalender
Für die meisten Bälle gilt eine Kleiderordnung. Sie steht auf der jeweiligen Veranstaltungsseite und wird in der Praxis auch kontrolliert.
Punsch- und Glühweinstände in den Städten haben eigene Öffnungszeiten, die oft schon am frühen Abend beginnen und vor Mitternacht enden.
Klassik, Oper und Theater im Sommer
Die Preisspannen sind erheblich. Zwischen Stehplatz und bester Kategorie liegt bei großen Häusern häufig der Faktor zwanzig.
Die Spielpläne stehen meist ein halbes Jahr im Voraus fest. Das macht die Planung leichter als bei Popveranstaltungen, wo Termine kurzfristiger kommen.
Volkskultur im Veranstaltungskalender
Aufsteirern in Graz ist eines der größten Volkskulturfeste des Landes und findet im September statt. Die Innenstadt wird dafür über ein Wochenende weitgehend umgewidmet.
Trachtenkleidung ist bei solchen Anlässen verbreitet, aber keine Voraussetzung. Niemand wird schief angesehen, wenn er in Alltagskleidung kommt.
| Jänner bis Feber | Ballsaison, Wintersport | Opernball, Hahnenkammrennen |
| April bis Juni | Stadtfeste, Laufevents | Vienna City Marathon, Donauinselfest |
| Juli bis September | Festivals und Festspiele | Salzburger Festspiele, Frequency, Ars Electronica |
| Oktober bis Dezember | Brauchtum und Advent | Almabtrieb, Erntedank, Christkindlmärkte |
Neun Bundesländer, neun Schwerpunkte
Die Steiermark hat einen ausgeprägten Schwerpunkt auf Volkskultur und Kulinarik, mit Festen rund um Wein, Kürbis und Apfel im Herbst.
Oberösterreich verbindet Industriekultur mit Musik, das Ars Electronica Festival in Linz ist dafür das bekannteste Beispiel und findet im September statt.
Veranstaltungen für Familien
Bei großen Festivals gibt es zunehmend Familienzonen mit Ruhebereichen und Gehörschutz für Kinder. Die Angebote unterscheiden sich allerdings stark. Wer weiterstöbern möchte, wird fündig.
Museen und Kulturbetriebe bieten an Feiertagen häufig Sonderprogramme an. Sie sind gut besucht, eine frühe Ankunft lohnt sich.
- Kleine Feste werden oft nur lokal angekündigt
- Gemeindezeitungen und Aushänge sind dafür die beste Quelle
- Viele Stadt- und Erntedankfeste kosten keinen Eintritt
- Bargeld für kleinere Stände mitnehmen
Abseits der bekannten Namen
Auch Handwerksmärkte und Kunsthandwerksausstellungen finden sich über das ganze Jahr verteilt, oft in Verbindung mit einem Ortsjubiläum.
Die interessantesten Veranstaltungen stehen selten auf den großen Plakaten. Dorffeste, Hoffeste und kleine Konzertreihen werden fast nur lokal angekündigt. Wer vergleichen möchte, findet die Sammlung unter .
Barrierefreiheit und Zugänglichkeit
Ein kurzer Anruf beim Veranstalter klärt in fünf Minuten mehr als jede Website. Die meisten reagieren darauf sehr entgegenkommend.
Öffentliche Verkehrsmittel sind in den Landeshauptstädten weitgehend barrierefrei, im ländlichen Raum unterscheidet sich das erheblich.
Barrierefreie Toiletten sind auf großen Geländen vorhanden, aber oft weit auseinander. Ein Blick auf den Lageplan vorab spart Wege.
Gehörschutz für kleinere Kinder ist bei Konzerten kein übertriebener Aufwand. Die Lautstärke bei Open Airs liegt regelmäßig über dem, was als unbedenklich gilt.
Wie man den Überblick behält
Unterm Strich gilt: Weniger Programmpunkte, dafür mehr Zeit für den einzelnen. Das gilt für Festivals genauso wie für Adventmärkte.
Wer ein Jahr lang mitschreibt, was gefallen hat, hat im Folgejahr eine bessere Grundlage als jede Empfehlung von außen.
Womit man rechnen sollte
Garderobegebühren fallen bei Bällen und Konzerten zusätzlich an und werden bei der Budgetplanung fast immer vergessen.
Pfand auf Becher und Geschirr ist bei Festivals inzwischen die Regel. Er ist kein Kostenfaktor, wenn man zurückgibt, summiert sich aber sonst.
Von der Buschenschank bis zum Foodtruck
Der Sturm, also der noch gärende Traubenmost, ist ein saisonales Getränk und nur wenige Wochen im Herbst erhältlich. Er wird deutlich unterschätzt, was den Alkoholgehalt betrifft.
Buschenschanken sind saisonal geöffnet und dürfen nur eigene Produkte ausschenken. Wann sie aufsperren, steht auf den Tafeln der jeweiligen Gemeinde.
Für Kurzentschlossene lohnt der Blick auf Restkarten am Veranstaltungstag. Sie werden bei mehreren Häusern kurz vor Vorstellungsbeginn freigegeben.
Vorbereitung, die sich auszahlt
Feste Schuhe sind auf Festwiesen sinnvoller als jede andere Vorbereitung. Der Untergrund wird nach einem Regenschauer schnell schwierig.
Ein aufgeladener Akku und ein kleiner Ersatzakku helfen mehr als gedacht, wenn Tickets digital hinterlegt sind.
Was mitgenommen werden darf
Große Taschen und Rucksäcke sind bei vielen Veranstaltungen in der Größe beschränkt. Die zulässigen Maße stehen in der Hausordnung auf der Veranstaltungsseite.
Glasflaschen sind bei Freiluftveranstaltungen praktisch überall untersagt. Eine wiederbefüllbare Flasche aus Kunststoff ist die praktikable Lösung.
Kurze Antworten auf wiederkehrende Fragen
Was ist ein Kirtag?
Ein Ortsfest mit langer Tradition, meist am Namenstag des Kirchenpatrons. Kirtage finden über das ganze Jahr verteilt statt und kosten in der Regel keinen Eintritt.
Wann ist Ballsaison?
Von Jänner bis zum Faschingsdienstag. Neben den großen Bällen gibt es zahlreiche Vereins- und Zunftbälle, die deutlich günstiger sind.
Wann beginnen die Christkindlmärkte?
Üblicherweise in der zweiten Novemberhälfte. Sie laufen bis kurz vor Weihnachten, kleinere Märkte oft nur an Wochenenden.
Termine, Preise und Programmpunkte ändern sich. Vor der Anreise lohnt ein Blick auf die offizielle Seite der jeweiligen Veranstaltung.
